Speicher, Backup & Verwaltung für das digitale ich

On 20. August 2017 by patrick

Das digitale ich

 

Was ist das digitale ich

Das digitale ich sind eigentlich alle Nullen und Einsen in Form von Fotos, PDF´s, Notizen, Videos, Lesezeichen, Adressen, Kalenderinhalte, Mails, Kunden / Projektdaten, Navigation, Musik, Steuerbefehle (Smart Home), Telefonnummern, WhatsApp Chats und Social Media Daten. Kurz: Alles was wir in unserer modernen Welt alles so ansehen, speichern oder erzeugen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, hat jeder von uns ein digitales ich. Die meisten Leute jedoch würden wahrscheinlich denken, dass nur die Nerds so ein digitales ich besitzen – sie selbst machen ja gar nichts bei Facebook und Co. So einfach ist es allerdings nicht. Es fängt bei dem Handyfoto an und hört bei der elektronischen Steuererklärung auf. Ergo erzeugt und nutzt praktisch jeder von uns jeden Tag digitale inhalte und viele davon sind wertvoll, wie z.B. die Fotos, Dokumente oder Adressen mit Telefonnummern.

 

Wie ich speicher

Ich lege erzeugte Daten primär auf meinem lokalen Netzwerkspeicher (NAS) ab. Von dort aus sind die Inhalte div. Gerätschaften zugänglich. Wie z.B. dem Fernseher, Notebook, Desktop Rechner, Smartphone und dem iPad. Der große Vorteil ist die Zentrale Ablage von Daten und daher die einfache Zugriffsverwaltung. So ist es dem TV lediglich gestattet vom NAS Inhalte zu lesen – wie z.B. das abrufen und darstellen von Fotos / Videos. Große Datenmengen für den mobilen Gebrauch (Projektdaten) lege ich vom NAS temporär auf einer externen HDD ab. Änderungen werden dann zeitnah wieder an den Netzwerkspeicher kommuniziert. So haben alle Teilnehmer immer den aktuellen Stand der Dinge im direkten Zugriff.

 

Wie ich Daten sichere

Wie bereits gesagt speicher ist Inhalte Zentral auf meinem NAS. Was die Absicherung der Daten angeht habe ich mir meine eigene kleine Lösung zurecht gebastelt. Zuvor gilt es aber zu klären, was der Unterschied zwischen Daten sichern und einem Backup ist – und ja, es gibt einen! Ich werde es anhand meiner Art mit Daten umzugehen erklären. Mein Netzwerkspeicher läuft im Raid 1. Dies bedeutet, dass zwei identische Festplatten permanent 1 zu 1 die gleichen Daten vorhalten. Ein Rechenbeispiel: Mein NAS hat 2 Festplatten mit je 5 TB Kapazität. Im Raid 1 stehen mir zum speichern 5 TB zur Verfügung und nicht wie evtl. vermutet 10 TB. Alle Inhalte die ich auf den Netzwerkspeicher schiebe, werden immer auf beiden Festplatten abgelegt. Die Absicherung der Daten liegt darin, dass eine Festplatte kaputt gehen kann – ohne einen Datenverlust zu erleiden. In diesem Fall wird die defekte HDD gegen eine neue getauscht. Der NAS erkennt dies und schreibt alle vorhandenen Daten auf die neue, noch leere Festplatte.

Wenn ich jedoch auf dem Netzwerkspeicher Inhalte lösche, sind die dauerhaft weg. Genau hier liegt der Unterschied. Ich sichere meine Daten gegen einen Ausfall der Hardware (HDD) ab, wenn ich selbst aber z.B. den Ordner mit den Urlaubsfotos lösche – sind sie weg. Ein Backup hingegen würde zum Einsatz kommen, wenn ich den Ordner gelöscht habe.

Ich verfolge diese Backupstrategie: Daten die auf dem NAS abgelegt werden sind nicht alle gleich bedeutsam. So habe ich gewisse Ordner als besonders wichtig markiert. Genau diese lasse ich vom Netzwerkspeicher überwachen. Wenn sich also eine Änderung im Ordner photos ergibt, wird diese asap in ein cloud-backup geschoben. Da dies nicht bidirektional geschieht, kann ich ggf. gelöschte Daten auf dem NAS (wie den Ordner Urlaubsfotos) über das cloud-backup zurückholen. Zusätzlich sichere ich meine Adobe Datenbank noch auf einer externen USB HDD. Diese ist weder dauerhaft angeschlossen noch dem Internet zugänglich.

Meine Mobilgeräte wie iPad und Smartphone legen ihre Daten zusätzlich zum lokalen Speicher noch in der cloud und z.T. auf dem NAS ab. Dadurch bin ich im Falle von Diebstahl oder Defekt gegen Datenverlust abgesichert. Soll heißen, dass alle Nachrichten, Adressen, Fotos und Dokumente dauerhaft synchron gehalten werden und ich unabhängig vom Besitz des Mobilgeräts  vollen Zugriff auf meine Daten habe.

Skizze meiner Strategie

 

Jeder entscheidet selbst

Nicht jeder wird so einen Aufwand für die Absicherung seiner Daten betreiben – was auch völlig ok ist. Denn jeder entscheidet selbst, was ihm wichtig ist und gesondert gespeichert wird und was nicht. Vielleicht ist es auch nicht immer notwendig jedes Foto zu sichern… Jedoch sollte man sich in jedem Fall einmal Gedanken über sein persönliches digitales ich machen und dann entscheide ob und wie man dieses absichert.